Wenn alles glänzt
Im sichersten Museum der Welt werden Juwelen gestohlen. Laser, Kameras, Kontrolle – alles läuft perfekt. Und trotzdem: Niemand merkt es – oder niemand tut etwas dagegen.
Genau so passiert es auch in der Führung.
Alles läuft. Alles glänzt. Das Team wirkt ruhig, Entscheidungen gehen durch, Konflikte gibt es keine. Doch Stabilität kann trügen. Denn manchmal ist die Stille, die so friedlich wirkt, der Moment, in dem du beginnst, deine Wirkung zu verlieren – leise, unbemerkt, fast unsichtbar.
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Wenn du beim Zuschauen gemerkt hast, dass dich das Thema berührt – lies weiter.
Im Folgenden erfährst du, warum Stille in der Führung gefährlich sein kann, wie du erkennst, was wirklich passiert, und was du tun kannst, um Resonanz und Vertrauen zurückzubringen.
🌀 Wenn alles glänzt, aber keiner spricht – warum Stille so tückisch ist
Erfahrene Führungskräfte sind Meister:innen im Managen von Komplexität. Sie sind strategisch, lösungsorientiert, effizient.
Aber genau diese Stärke hat eine Schattenseite: Wenn alles läuft, schauen wir seltener hin.
Stille im Team kann viele Gesichter haben:
- Meetings, in denen niemand widerspricht
- Entscheidungen, die ohne Diskussion durchgehen
- Ein allgemeines „Passt schon“-Gefühl
Manchmal ist das angenehm. Aber oft ist es das Auge des Hurrikans – die scheinbare Ruhe, bevor sich etwas zusammenbraut.
Denn hinter der Stille kann vieles stecken: Unsicherheit, Loyalität, Müdigkeit oder fehlende psychologische Sicherheit.
Nach aussen wirkt alles perfekt. Doch innerlich entsteht Distanz. Das Team funktioniert – aber es schwingt nicht mehr mit.
Und das ist der Moment, in dem Führung ihre Wirkung verliert – lautlos, schleichend, fast unsichtbar.
🧠 Das Auge des Hurrikans – was sich unter der Oberfläche abspielt
Wenn du in eine neue Führungsrolle gehst, willst du Stabilität schaffen. Du möchtest Sicherheit geben, Vertrauen aufbauen, Orientierung bieten. Doch genau diese Absicht kann kippen, wenn du zu stark auf Kontrolle setzt.
Ein Team, das keine Reibung mehr zeigt, hat meist seine Resonanz verloren.
In der Psychologie nennt man das psychologische Sicherheit: das Gefühl, offen sprechen zu können, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.
- Fehlt sie, bleibt nur Schweigen.
- Und Schweigen ist kein Zeichen von Einigkeit – sondern oft ein Schutzmechanismus.
Führung, die unangreifbar wirkt, wird unnahbar.
Teams, die das spüren, passen sich an – und verlieren ihre Innovationskraft, den Extra-Meilen-Weg und Erfolg.
🧾 Der Früherkennungs-Check – erkenne, wann dein Team verstummt
Stille im Team entsteht selten über Nacht. Sie zeigt sich in kleinen Mustern: dieselben Stimmen, keine Rückfragen, keine Spannung.
Um diese Signale früh zu erkennen, habe ich den „Früherkennungs-Check für Führungskräfte“ entwickelt – ein kurzes Tool, mit dem du einschätzen kannst, ob Ruhe in deinem Team Vertrauen oder Distanz bedeutet.
👉 Hier herunterladen:
Trage dich ein, um den Früherkennungs-Check zu erhalten.
🌿 Was du tun kannst, wenn dein Team schweigt – 3 Schritte zu mehr Resonanz
1. Hinschauen, bevor du interpretierst.
Wenn du merkst, dass Stille Raum einnimmt, bleib neugierig. Beobachte, wann sie entsteht. Vielleicht ist sie kein Widerstand, sondern Unsicherheit. Weitere Impulse, siehe den Früherkennungs-Check.
2. Raum schaffen für ehrliche Stimmen.
Du kannst Stille nicht brechen, indem du sie füllst. Aber du kannst sie öffnen – mit Fragen wie:
- «Welche Argumente sprechen hier dagegen, rein hypothetisch?»
- «Was würde ein Experte auf diesem Feld noch einbringen um das Ganze zu Fall zu bringen?»
- «Was beschäftigt euch an diesem Thema?»
- «Was fehlt euch, um euch einzubringen?»
Diese Fragen schaffen Sicherheit und zeigen, dass du bereit bist, zuzuhören. Und das ist das wichtigste am Ganzen: Zuhören. Und Stille für mindestens 30 Sekunden aushalten. Teste das mal aus und sei überrascht, was dann noch gesagt wird. Wenn du Lust auf noch mehr Fragen hast, dann lade dir den Früherkennungs-Check runter.
3. Resonanz beginnt bei dir.
Führung ist kein Monolog. Deine Haltung, Präsenz und Energie wirken auf das gesamte System. Wenn du offen bleibst, entsteht Vertrauen – und mit ihm Bewegung. Und falls du merkst, dass du zwar alles „richtig“ machst, aber trotzdem keine Resonanz spürst:
👉 Dann ist das der Moment, in dem Coaching den Unterschied macht. Oder als Startpunkt den Früherkennungs-Check.
💬 Vom Schweigen zum Dialog – Führung als Resonanzarbeit
Führung bedeutet heute weniger Kontrolle, sondern mehr Bewusstsein. Es geht darum, Spannungen zu spüren, bevor sie sichtbar werden.
Stille ist kein Feind – sie ist ein Signal.
Ein Moment, der dich einlädt, die Zwischentöne zu hören.
Wenn du lernst, diese feinen Signale zu lesen, wird Führung leichter – nicht, weil sie perfekt ist, sondern weil sie lebendig bleibt. Und dir den Erfolg sichert, denn du dir wünschst.
✨ Führung beginnt im Zuhören – auch, wenn niemand spricht
Wenn du spürst, dass dein Team still ist, dann bleib nicht bei der Stille stehen.
Schau hin. Hör hin.
Denn genau in diesem Moment liegt deine grösste Chance – nicht Kontrolle zu behalten, sondern Verbindung wiederherzustellen. Und das wirkt sich unmittelbar auf deinen Erfolg und den Erfolg des Teams aus.
Wenn du wissen willst, wo dein Team wirklich steht, lade dir meinen Früherkennungs-Check herunter – und erhalte künftig wertvolle Impulse für bewusste, resonante Führung.
Und wenn du merkst, dass du diese Themen nicht nur im Team, sondern auch in dir selbst besser verstehen willst:
Ich begleite Führungskräfte im Rollenwechsel dabei, ihre Wirkung bewusst zu gestalten – damit aus Stille wieder Resonanz entsteht. Und Erfolg und Weiterkommen gesichert sind.
Quellen und Literaturhinweise zum Thema
1. Psychologische Sicherheit & Auswirkungen auf Teamverhalten
Diese bahnbrechende Studie definiert psychologische Sicherheit als gemeinsamen Glauben im Team, dass es sicher ist, zwischenmenschliche Risiken einzugehen. Edmondson fand heraus, dass Teams mit hoher psychologischer Sicherheit signifikant mehr Lernverhalten zeigen und dass dieses Lernverhalten die Teamleistung direkt verbessert. Die Forschung zeigt: Wenn Mitarbeitende glauben, dass das Team sie nicht ablehnen wird, sprechen sie über Fehler und suchen aktiv Feedback – genau das Gegenteil der gefährlichen Stille. Harvard Business School | Buch von Amy Edmondson | Administrative Science Quarterly
2. Stille in der Organisation und Auswirkungen auf Performance
Diese wegweisende Arbeit beschreibt organisationale Stille als systematisches Phänomen: Mitarbeitende kennen die Wahrheit über Probleme, wagen aber nicht, sie auszusprechen. Morrison und Milliken identifizierten, dass Stille entsteht durch implizite Überzeugungen von Führungskräften und Strukturen, die Schweigen fördern. Forschung zeigt die massiven Performance-Kosten: Stille verhindert effektive Entscheidungsfindung, blockiert Entwicklung, Change und Performance-Verbesserungen. Studien belegen, dass organisationale Stille zu niedriger Produktivität, Dissonanz und letztlich reduzierter organisationaler Leistung führt. Morrison & Milliken | Ibironke & Okkudero et al.
3. Guenter et al. (2017): What Does It Take to Break the Silence in Teams
Diese Studie mit 223 Mitarbeitenden belegt, dass authentische Führung Schweigen signifikant reduziert – besonders bei Mitarbeitenden mit weniger proaktiver Persönlichkeit. Die Forschung zeigt: Führungskräfte, die offen Fehler zugeben, aktiv nach herausforderndem Feedback fragen und transparent kommunizieren, durchbrechen die gefährliche Stille. Studie
4. Lencioni: Five Dysfunctions of a Team – Fear of Conflict
Lencionis Forschung identifiziert «Angst vor Konflikt» als zweite zentrale Dysfunktion und beschreibt das Phänomen der künstlichen Harmonie: Teams unterdrücken Meinungsverschiedenheiten und vermeiden Konflikte, was zu falscher Stabilität führt. Die fünf Dysfunktionen eines Teams – Buch | Website TableGroup


